Kimono Culture – or how to feel beautiful in Japan

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After having admired this part of Japanese culture for a long time, I finally took a ten week course (kitsuke kyoshitsu) and learned how to wear a kimono, myself, this year. Before ‘graduating’ from the course, I even bought my own kimono (from the brand Modern Antenna) and I can’t wait now to do a proper photo shoot with it, when it becomes a little bit colder 😉
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Als ich vor sechs Jahren zum ersten Mal einen Kimono trug, fühlte ich mich befremdlich, kostümiert, eingeschnürt, unbeweglich, – und überaus elegant (das macht die gerade Körperhaltung). Ich besuchte gerade zusammen mit einer Freundin ihre Verwandten in Hiroshima, und als wir irgendwie auf das Thema Kimono kamen und ich meinte, dass ich noch nie einen getragen hätte, wurde sofort der Kimono der großen Tochter ausgepackt, und ich konnte schon gar nicht mehr protestieren (dies sollte in Japan noch einige Male passieren).

Der Kimono war wunderschön, blau, mit bestickten Blumenmustern auf der unteren Hälfte des langen Stoffes. Er hatte lange Ärmel, was, wie ich später lernen sollte, heißt, dass er ein Furisode – Kimono ist, der nur von unverheirateten Frauen getragen wird. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass mir die Prozedur des Anziehens und die vielen Bänder und Utensilien, die man verwendet, unheimlich kompliziert und undurchschaubar vorkamen.
Das sollte noch eine ganze Weile so bleiben. Die Faszination für diese traditionelle Mode war zwar da, und ich wurde noch einige Male von netten japanischen Omis angezogen, der Kimono selbst blieb aber eher eine fremde Welt für mich. Teuer, unhandlich und schon gar nicht etwas, was junge Leute tragen. Einfach so, als Mode.

Das änderte sich, als ich Anika traf, eine deutsche Auswanderin, die zufälligerweise bei mir um die Ecke wohnt. Anika hat Kimono als ihr Hobby für sich entdeckt und besitzt, wie ich glaube, Unmengen an Kimonos, Obi-Gürteln und Zubehör. Und sie trägt Kimonos auch gar nicht mal so selten, zu verschiedenen Veranstaltungen in Tokyo oder auch, um damit ins Konzert zu gehen. Das Anziehen hat sie sich selbst beigebracht, die Kimono sind alle gebraucht, und damit gar nicht so teuer. Außerdem habe ich durch sie erfahren, dass es in Tokyo verschiedene Kimono-Communities mit Mitgliedern jeglichen Alters gibt, die sich regelmäßig zu Treffen verabreden. Also alles ganz einfach und machbar!

Ich fühlte mich inspiriert genug, mich für einen Kimono-Kurs (kitsuke kyoshitsu) anzumelden. Zehn Wochen lang traf ich mich abends einmal die Woche mit einer kleinen Gruppe von Japnerinnen, die alle das Gleiche Ziel wie ich hatten, nämlich mehr über Kimono zu lernen. Ihre Motivation war dabei ganz unterschiedlich: Eine wollte später einmal ihr eigenes Kind im Kimono ankleiden können, jemand anderes wollte ihre Freundinnen beeindrucken, wieder eine Andere hatte von ihrer Oma einige Kimono geerbt und wollte diese tragen können.

Der Kurs wurde übrigens für wenig Geld von einem Kimono-Laden angeboten, der zwischendurch auch immer mal wieder mehr oder weniger agressiv versuchte, seine Kimono und handgewebten Obi-Gürtel aus Kyoto (man fragt lieber nicht nach dem Preis), an die Frau zu bringen. Was bei mir natürlich nicht klappte. Bis auf das ständige Anwerben der Artikel war der Unterricht aber doch ziemlich gut, wie ich fand. Woche um Woche übten wir, uns selbst anzuziehen, lernten Begriffe wie naga-juban (eine Art dünner Unterkimono) obijime (die Kordel über dem Obi) oder haneri (ein zusätzlicher Kragen) und sogar etwas über die richtige Etikette: Wie man sich richtig hinsetzt und einigermaßen elegant wieder aufsteht (gar nicht so einfach..), welche Kimono-Arten man zu welchen Anlässen tragen kann, undsoweiter. Zum Ende des Kurses gab es noch eine Abschlusszeremonie im teuren Chinzanso Hotel, inklusive Zertifikat. Da alle Schüler der verschiedenen Kurse an diesem Tag zusammenkamen, war es unglaublich spannend, so viele Menschen auf einmal im Kimono zu sehen!

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Dazwischen war ich so begeistert davon, in dieses neue Hobby einzusteigen, dass ich nun auch stolze Besitzerin eines eigenen Kimono bin! Ich habe mir einen der Marke Modern Antenna, die sehr moderne Kimono zu moderaten Preisen (vergleichsweise..) herstellt, zugelegt. Mein Kimono wurde auf mich zugeschneidert, was bei meinen langen Armen und Beinen auch ganz praktisch war.

Nun freue ich mich darauf, dass es Herbst wird, und ich den Kimono auch mal für ein richtiges Fotoshooting ausführen kann (für den Sommer ist er leider zu warm) 😉

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7 Gedanken zu “Kimono Culture – or how to feel beautiful in Japan

  1. Ach schön. Wir haben auch von der Schwiegergroßmutter so ca. 40 Millionen Kimonos, dummerweise sind die alle viel zu kurz. Da muss ich meine Arme nicht einmal heben und mein halber Unterarm ist freigelegt… So für Neujahr hätte ich aber auch gern einen. 🙂

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    1. Das Problem mit den Armen habe ich auch. Wenn man ein bisschen sucht, findet man sicher auch Second Hand größere Kimono, aber die ganz antiken kann man leider vergessen T.T Zumindest mit der Auswahl der Obi hast du dann sicher keine Probleme;)

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