Climbing Mount Fuji – Tagebucheintrag eines Abenteuers

At the end of September I experienced my so far biggest adventure this year, as I decided to join some of my colleagues, who wanted to climb Japan’s tallest mountain, Mt. Fuji. We took the Subashiri-trail to the top, and stayed one night in a small mountain hut at 3200 meters height. We saw amazing evening skies and a breathtaking sunrise on the following day, and yes, we we then even made it to the top of the mountain (ab 3,700 meters high)! The whole journey was very exhausting and hard for me, – but totally worth it 🙂

4:20 Uhr
Mein Wecker klingelt. Geschlafen habe ich kaum, obwohl ich bereits seit 20:30 Uhr hier liege. Erst war es kalt, dann unglaublich eng, da man mit 30 weiteren Personen in einer kleinen Hütte übernachtet, nur einen etwa 40 cm breiten Schlafplatz hat und die Decke im Hochbett mit einer fast unbekannten Person teilen muss. Trotzdem bin ich irgendwann eingeschlafen. Gegen 22 Uhr hat das Telefon geklingelt, ein Wanderer hat eine Reservierung für den nächsten Tag vorgenommen. Gegen 1:00 Uhr dann wieder Unruhe: die erste Gruppe ist losmarschiert, Stimmen wurden hörbar und Türen auf- und wieder zugemacht. Wahrscheinlich wollte diese Gruppe zum Sonnenaufgang bereits auf dem Berggipfel sein. Gegen 2 Uhr musste ich auf die Toilette, das hieß, mit Taschenlampe bewaffnet aufstehen, hinaus in die Kälte und das Klohäuschen suchen. Kein Wunder also, dass ich mich nun wie nach einer durchgemachten Nacht fühle. Mein Rücken schmerzt von der dünnen Matratze, und in den Beinen merke ich schon den aufkommenden Muskelkater. Meine erste Nacht in einer Berghütte, – ganz schön anstrengend!

Dabei hatte gestern alles gut angefangen: Planmäßig um 6:30 Uhr fuhren wir von Tokyo aus mit dem Bus ab nach Gotemba, und von dort weiter bis zum Anfang des Subashiri-Trails, von wo aus wir unsere Fuji-Besteigung beginnen wollten. Das Wetter war angenehm, zwar etwas neblig, aber ab und zu ließ sich sogar die Sonne ein wenig blicken. Wir passierten ein kurzes Waldstück, dann nur noch geschlungene Wege mit immer mehr Lavagestein und immer weniger Vegetation. Andere Wanderer sahen wir selten (die Subashiri Route ist nicht ganz so beliebt, da man etwas länger unterwegs ist als auf den anderen Routen), und so kamen wir problemlos voran. Gegen 15:30 erreichten wir auf der siebten Station bei 3200 Metern die Hütte, auf der wir die Nacht verbringen wollten. Wir waren inzwischen über der Wolkendecke angekommen und uns erwartete gegen 18:00 Uhr ein atemberaubender orange-rosa Abendhimmel, während die Sonne irgendwo am Horizont unterging.

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4:50 Uhr
Mit der Kamera bewaffnet und in die wärmste Kleidung gehüllt, die ich mitgebracht habe, wage ich mich vor die Tür unserer Hütte. Draußen ist es um die 2 Grad, ein kühler Wind weht. Es haben sich bereits einige weitere Gäste versammelt, die alle wie ich voller Spannung den Sonnenaufgang erwarten. Außer dem Wind ist nichts zu hören, daher bereitet sich eine unglaubliche Stille aus, während sich die Sonne langsam emporhebt und feurig-orange über den Wolken erscheint. Trotz der Kälte kann ich die vielen Gesichter lächeln sehen. Wow, wir stehen tatsächlich auf dem Fuji und können dieses Naturspektatel hautnah miterleben! Ich fühle mich leicht und die unbequeme Nacht ist schon fast wieder vergessen. Ein bisschen freue ich mich sogar auf den zweiten Teil des Aufstiegs.

9:00 Uhr
Endlich sind wir oben angekommen. Meine Beine schmerzen, ich habe leichte Kopfschmerzen, und es fällt mir schwer, in der dünnen Luft zu atmen. Erste Anzeichen der Höhenkrankheit. Die letzten etwa 250 Meter des Weges ging es nur noch steil, und, wegen der vielen anderen Wanderer, langsam im Gänsemarsch hinauf. Was mir aber nur recht war. Ein wenig bin ich schon an meine Grenzen gestoßen. Nun sind wir zwar auf der zehnten Station angekommen, aber die Kraterumrundung steht auch noch bevor. Auf den wenigen Bänken liegen oder sitzen schlafende oder ruhende Menschen. Es gibt einen kleinen Laden, in dem man Instantramen für 800 Yen kaufen kann, Wasserflaschen sind ausverkauft. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen.

10:00 Uhr
Nach einem weiteren Fuschmarsch und mehreren Pausen ist es schließlich soweit: Wir haben den Krater zur Hälfte umrundet und sind auf einer kleinen Anhöhe angelangt: Auf 3776,24 Metern Höhe sind wir nun auf der Spitze Japans! Kurz sind die Schmerzen und das schwierige Luftholen vergessen und Euphorie bereitet sich aus. Wir (ich!) haben es geschafft! Auf der Spitze des Fuji! Schnell ein Erinnerungsfoto geschossen (mittlerweile stehen schließlich viele dafür an), noch einmal einen Blick auf den Himmel geworfen, der so nah scheint, und dann machen wir uns auch schon wieder langsam auf den Rückweg. Die Sonne scheint, es ist merkwürdig warm und windstill (später soll ich noch bereuen, dass ich mich nicht ausgiebig genug mit Sonnencreme eingerieben habe), und die Stimmung in unserer Gruppe ist ausgelassen. Jeder freut sich, dass wir an unserem Ziel angekommen sind. Wegen des schnellen Wetterumschwungs und der Höhenkrankheit ist das beim Mt. Fuji nämlich keine Selbstverständlichkeit!

13:00 Uhr
Ich habe meinen Tiefpunkt erreicht. Überall ist Sand und Staub, auf meiner Kleidung, in meinen Schuhen, in meinem Gesicht. Die anderen rennen fast den steilen Pfad hinunter, ich setze mich erstmal hin, bemitleide mich und verfluche meine Unsportlichkeit. Mir tut alles weh. Das ist meine Grenze, ab hier geht es nur noch ganz langsam weiter. Denn irgendwie muss ich ja trotzdem wieder hinunter, und am späten Nachmittag müssen wir auch den Bus nach Tokyo noch erwischen. Ein Bekannter gibt mir netterweise seine Trekkingstöcke, womit das Hinunterstolpern etwas einfacher wird.

17:00 Uhr
Im Bus nach Tokyo. Fertig. Kaputt. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich es später aus dem Bus hinaus und in die U-Bahn nach Hause schaffe, geschweige denn, ob ich je wieder Treppen steigen kann.

Der nächste Tag:
Nach 12 Stunden Schlaf wache ich einigermaßen erholt auf. Ich kann kaum laufen und humple heute daher nur ein wenig durch die Wohnung. Und doch fühle ich mich großartig, unbesiegbar: Schließlich habe ich gerade den höchsten Berg Japans bestiegen!! 😉

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Nachtrag:
Als Fazit kann ich sagen, dass die Besteigung des Mt.Fuji ein unglaubliches Abenteuer für mich war! Ich bin kein Outdoor-Mensch (selbst wenn ich es immer wieder versuche ;)) und meine allgemeine Kondition lässt leider auch zu Wünschen übrig. Hätte einer meiner Kollegen, ein erfahrener Bergsteiger, nicht diese Tour für uns geplant, hätte ich mich wahrscheinlich so schnell nicht an so einen hohen Beg herangewagt. Eine Freundin von mir meinte später, dass der Fuji, der in Japan als heiliger Berg gilt, es dir mitteilt, wenn für dich die Zeit für die Bestiegung gekommen ist. Das war dann also mein Zeichen 🙂

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6 Gedanken zu “Climbing Mount Fuji – Tagebucheintrag eines Abenteuers

  1. おめでとう(^O^)/。Sehr schöne Fotos. Um den Krater wollte meine Gruppe auch, müssten wir leider auf Grund starker Winde absagen. Wenn man möchte, kann man auch zwei Nächte in der Hütte übernachten und braucht so sein Gepäck nicht zur Spitze mitschleppen. Hab ich damals so gemacht und nicht bereut. xD

    Viele Grüße
    Tessa

    Gefällt 1 Person

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